Ein ökologischer Wunschzettel an die Politik. 12 Felder zum Verringern des kollektiven CO²-Abdruckes (anklicken für weitere Infos):
- Verkehrsemissionen reduzieren
- Regenerative Energie für alle Sektoren
- Bioabfall-Verwertung
- Abgasrecycling & -Entsorgung
- Natur- & Artenschutz
- Klima- & Artengerechte Lebensmittelwirtschaft
- ökologisches Produktmanagement
- Regeneratives Fossil-Ersetzen
- verträgliches Geoengeneering
- ökologische Baupolitik
- Steueroasenbekämpfung
- Minimierung von Fracking Methanlecks
Jeder Einzelne von uns kann sicherlich viel tun und über egagierte Verbrauchsreduktion und die Kompensation der verbleibenden Sünden sogar Klimaneutralität erreichen. Gesamtgesellschaftlich können viele entscheidende Weichen und Regelungen aber nur von der Politik gestellt und getroffen werden. Drüber hinaus führt das gegenseitige besserwisserische Vorwerfen der wechselseitigen Sünden schnell zu einer Fortschrittsblockade. Daraus würde ich den Grundsatz ableiten: Jeder Einzelne kann und sollte etwas tun, aber die Politik muss was tun!
Verkehrsemissionen reduzieren
Die Mobilität ist in Deutschland aktuell für durchschnittlich 18,78% des CO²-Fußabdruckes verantwortlich (d.h. 2,18t/J&Pers. > 5,97kg/Tag&Pers ; Quelle: BMU s.o.). Die Elektromobilität ist zur Zeit in aller Munde, aber durch die Umweltfolgen der Batterietechnik, die Reichweitenproblematik und den Nötigen Infrastrukturumbau, sowie die möglicher Weise geringere Lebensdauer von E-Autos nicht unproblematisch. 13-20% der investierten Energie pro letztlich gefahrenem Kilometer entsteht durchschnittlich bei der Autoherstellung (Quelle: Studie Bundesumweltamt von 2014). Bei Brennstoffzellenautos ist dieser Anteil wegen deren auwendigerer Produktion übrigens höher. Eine alternative sind regenerative Kraftstoffe. Mehrere Firmenkonsortien planen aktuell Großtechnische Anlagen für „E-Fules“. (Quelle: s. Online-Artikel vom 11.11.´19 von www.handelsblatt.com >>) BP etwa kooperiert mit dem Stromerzeuger Uniper. Shell begann Ende Juni mit dem Bau einer Elektrolyse-Anlage im Rheinland. Lufthansa startete mit der Raffinerie Heide in Schleswig-Holstein ein Pilotprojekt für CO2-neutrales Kerosin. Eine Allianz von Energieversorgern, Mineralölfirmen und Audi erarbeitete im April ein Programm zur Markteinführung von E-Fuels bis 2025.
Straßenverkehrsemissionen minimieren
- Designer-Kraftstoff aus regenerativem Windstrom+CO²-Quelle ist Bestandstechnik-Kompatibel (normale Dieselmotoren mit geänderten Einspritzdüsen) und Nebenwirkungsarm (keine Stickoxyde). Siehe hierzu die DLF-Beiträge:
- Langstrecken-Ladeinfrastruktur auf Autobahnen über Schienenladetechnik für Elektro-Kraftfahrzeuge. Hierdurch Lösung der Langstrecken-Reichweiten-Problematik von Elektrofahrzeugen. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Fahrbahn-Induktionsspulen für kontaktloses Batterieladen. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Kritischer Blick auf Klimaschutz durch E-Mobilität! Eine Verbesserung der Klimabilanz durch Emobilität ist erst ab 2040 zu erwarten. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
Luftverkehrsemissionen minimieren
- Flugkerosin-CO² Steuer.
- Beförderung von regenerativ & CO²-neutral erzeugtem Flugtreibstoff durch Vorgaben und CO²-Steuer-Umlage. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Den Kondensstreifen-Effekt in die Klimabilanz mit einberechnen. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
Schiffsverkehrsemissionen minimieren
- Durch internationale Höchstgeschwindigkeitsvorgaben den Kraftstoffverbrauch reduzieren. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Liegeplatz-Dieselgeneratoren verbieten und durch Quai-Ökostromanschluss ersetzen (ggf. als Zwischenlösung durch Container-Kompaktgaskraftwerk). Oder aber statt laufende Dieselgeneratoren bei im Hafen liegenden Schiffen zu nutzen >> mobiles 1,5MW-Gas-Blockkraftwerk im Kontainerformat anbieten. Hierdurch innerhalb der typischen Liegezeit von 40h weniger Schwefeldioxyd (-25kg), Stickoxide (-600kg), Feinstaub (-15kg) und weniger CO²…. Alternative: Kabelanschluss ..ev. teurer in der Installation (20Mio, statt 8 Mio €). Durch geringere Hafengebühren durchsetzbar. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Durch Emissionsvorgaben für den Bau moderner ggf. Windgasbetriebener moderner Gasturbinen als Schiffsantrieb fördern.
intelligenter ÖPNV
Der öffentliche Personennahverkehr gilt als die umweltfreundliche Mobilitätsvariante der Gegenwart, wie auch der Zukunft. Diesen durch intelligente Technik insbesondere auch in ländlichen Bereichen, aber auch sonst, nutzbarer und attraktiver zu gestalten ist daher ein wichtiges Anliegen. Wie solch eine intelligente Gestaltung aussehen könnte, behandeln die folgenden Beiträge.
- Das Osnabrücker Mobilitäts-Modell. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Das Potential flexibler Kleinbusse im ÖPNV der Zukunft. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Das Helsinki-ÖPNV-Konzept. Siehe hierzu den DLF-Beitrag
- ÖPNV und Individualverkehr intelligent vernetzen. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
intelligenter Schienen-Verkehr & -Gütertransport
Die Treibhausgasbelastung im Güterverkehr liegt für LKW bei 103 g/tkm, für Binnenschiffe bei 32 g/tkm und im Schienenverkehr bei 19g/tkm. Dies verdeutlicht das förderungswürdige ökologische Potential von Schienengüterverkehr. Um die Verlagerung von der Straße auf die Schiene zu fördern ist eine intelligente Modernisierung des Schienenverkehrs anzustreben. Hierum drehen sich die folgenden Beiträge.
- Der „Next Generation Train“. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Zugverkehrsoptimierung durch Funktechnik. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
Regenerative Energie für alle Sektoren
Regenerative Energie ist mittlerweile wirtschaftlich konkurrenzfähig, müsste aber weiter massiv ausgebaut werden und zur Grundlastsicherung bei schwankenden Stromerträgen zwischengespeichert, sowie zur Sektorenkoppelung mit Wasserstoff- und eFuel-Technologie gekoppelt werden. Die Stromproduktionskosten lagen 2016 für Onshore-Windkraft bei 55€/MWh, für Offshore-Windkraft bei 65€/MWh, für Photovoltaik bei 68€/MWh, für Gaskraftwerke bei 70€/MWh, für (Stein-) Kohlekraft bei 72€/MWh, sowie für Nuklearenergie bei 113€/MWh (Quelle: Bloomberg New Finance 2016, bzw. www.orsted.de).
Der Ausbau von (Offshore-) Windkraft
Dieser ist zu fördern durch Forschungsförderung für neue Entwicklungen, sowie EEG-Reaktivierung. Insgesamt ist der Land-Windstrom zwar zur Zeit noch 10€/MWh günstiger, als der Offshore-Windstrom, aber deutlich weniger Sozialkompatibel durchsetzbar. Daher gilt es aus meiner Sicht auf Offshore zu setzen. Neue verheißungsvolle Entwicklungen sind:
- Der aktuelle Stand der leistungsfähigsten Windkraftanlagen. Intelligente 10MW Windkraftanlagen. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Kostengünstige Offshore-Installation durch selbstaufbauende Teleskop-Windkraftanlagen. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Windkraft-Leistungssteigerung durch supraleitende Materialien. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Erweiterung des Einsatzgebietes von Windkraft durch Techniken für Tiefwasser Windkraftanlagen. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
Überschußwindstrom-Umwandlung
Per Elektrolyse (bzw. reversibler Brennstoffzelle) und ggf. CO²-Anreicherung kann der schwankend auftretende Windstrom bei Überschuss zu Gas, oder Treibstoffen umgewandelt werden. Dies ist politisch zu fördern durch Forschungsfinanzierung, Pilotprojekte, Infrastrukturschaffung und CO²-Steuer-Umlage zur Markteinführungs-Schwellensenkung (wie EEG-Umlage). Neue verheißungsvolle Entwicklungen sind hier:
- Überschuss-Windstrom kann zu 98% zu Wasserstoff umgewandelt werden durch eine reversible Brennstoffzelle. Aber auch andere Techniken versuchen hier den Wirkungsgrad zu verbessern. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Algen zur Umwandlung von Strom zu Treibstoff. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Technische Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung bei der Transformation von regenerativem Strom zu „E-Fuel“-Treibstoffen. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Oxyl Methylen Ester (OME) gilt als vielversprechendes „E-Fuel“, also als „Designer-Diesel“ auf der Basis von regenerativem Strom. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Dezentrale Mini-CO² Catcher für die Umwandlung von regenerativem Strom in „E-Fuels“. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
energetische Richtungsentscheidung
Nichts ist lähmender, als eine unklare Zukunftsperspektive. Die Politik sollte technische Wissenschaftsexpertiese einholen, ob als Energieinfrastruktur gesamtwirtschaftlich /-gesellschaftlich als Energieträger für Verkehr/Gebäude Wasserstoff, OME, oder regenerativ erzeugte klassische Kraftstoffe günstiger und/oder umweltverträglicher sind. Darauf aufbauend eine politische Entscheidung auf Europäischer Ebene anstoßen und massiv den diesbezüglichen Infrastrukturausbau betreiben und die Markteinführung durch CO²-Steuerumlage und Vorgaben fördern.
Wüstenenergie
Die Nutzung von sonnenreichen Wüstenstandorten (Magreb-Staaten, z.T. Spanien) zur solaren Strom und Sonnengas-Produktion (s. ehem. Deserttec) ist wirtschaftlich und sinnvoll. Dies sollte durch die Politik durch den Bau von Stromtrassen, durch Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Kooperationsverträge, sowie die notwendige Gasspeicher-Infrastruktur gefördert werden. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
Ökostrom-Kurzfrist-Zwischenspeicherbau
Zur Pufferung von schwankendem Energieaufkommen ist sowohl die kurzfristige, als auch die mittelfristige Zwischenspeicherung notwendig. Hier ist politisch eine Infrastruktur zu schaffen, bzw. die Systemleistung Preispolitisch zu vergüten. Interessante technische Entwicklungen und Ideen hierfür sind:
- Pumpspeicher in alten Steinkohlebergwerken, Schiffshebewerken und dem angeschlossenen Kanalsystem.
- Stromzwischenspeicher in Superkondesatoren (PowerCab).
- Stromzwischenspeicher in riesigen Redoxflow-Salzcavernen-Batterien, wie z.B. durch die EWE im Dollart in Norddeutschland verwirklicht.
- Stromzwischenspeicher dezentral in alten Autobatterien, oder aber über intelligente Stromzähler in privater Akku-Infrastruktur (E-Autos & co).
- Thermo-Stromzwischenspeicher in Lava-Gesteinsgranulat.
- Stromzwischenspeicher in Unterwasser-Druckluft-Ballons.
- Stromzwischespeicherung und Verbrauchsglättung dezentral durch intelligente Stromzähler mit automatisierter Sparstromtarif-Funktion.
Bioabfall-Verwertung
Bioabfall-Verwertung durch Fixierung, energetischem Recycling, oder stofflichem Recycling und chemischer Nutzung. Dies ist politisch zu fördern durch Forschungsfinanzierung, Pilotprojekte, Infrastrukturschaffung und CO²-Steuer-Umlage zur Markteinführungs-Schwellensenkung (wie EEG-Umlage). Nach Angaben der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. (Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, Stand 2011) kann Biomasse in Deutschland 2050 bis zu 23% des Bedarfs an Wärme, Strom und Kraftstoffen decken. Der Anbau von Energiepflanzen, sowie die Kooperation mit der Klimaschädlichen Massentierhaltung wäre hierbei allerdings kritisch zu sehen, wobei die Nutzung von Holzabfall, Ernteabfall und Biomüll sinnvoll wären. Über die Nutzung von Biogas, oder Ökostrom über die Naturstrom-AG ist das energetische Recycling von dementsprechend vertretbarem Bioabfall am Markt bereits verfügbar, wobei ein 100%iger Ökogastarif zur Zeit noch circa doppelt so teuer ist, als der Durchschnittsgaspreis. Spannende Entwicklungen in diesem Bereich sind folgende:
- Biokraftstoff aus Pflanzenabfällen. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Biosprit-Herstellung aus Holz- & Ärnteabfällen abfällen durch Asseleiweiß zum Knacken der stabilen Lignin-Verbindungen. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Darmbakterien erzeugen Strom aus Bioabfall. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Quartiers-Blockheizkraftwerke mit Ernteabfall-, Holzsägerest- u.ä. -Verwertung, sowie CO²-Abscheidung und Recycling für „Negativ-Emissionen. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
Abgasrecycling & -Entsorgung
Hausmüll wird in Deutschland sortiert und recyclet, Abwasser wird aufwendig geklärt, nur Abgas darf noch weitgehend aus Schornsteinen und Auspuffen in die Umwelt geschleudert werden. Dabei handelt es sich hierbei ebenfalls um Wertstoffe. Die Politik hat die Möglichkeit dies mit aktuell bereits zur Verfügung stehenden Techniken zu ändern:
CO² Abgassammlung und Nutzung
Dies ist politisch zu fördern durch Vorgaben und CO²-Steuer (-Umlage). Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
Der „C0²-Sammler“ fängt auf 1,5m x 1,5m Grundfläche 50Tonnen C0²/Jahr… 20000m³/h Luftdurchstrom ..Filterung mit flüssigen Aminen …Wiederabgabe über durch Erwärmung mit 100°C heißen Wasser-Schläuchen. Arbeiten mit Audi in Werlte zusammen!! … Erster kommerzieller CO²-Sammler von „Climworks“ in Müllverbrennungsanlage ..900t CO²/J …z.Zt. noch teuer, aber Entwicklungspotential. Mit 750000 Schiffscontainer-großen Sammlern 1% der Welt-CO²-Problematik eliminierbar. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
Abgasverwertung
Systhese-Gas-Fermentation durch Mikroorganismen mit Stahlwerksabgas & Windstrom-Wasserstoff zur Bio-Diesel-Gewinnung (über die Zwischenprodukte Essigsäure und dann Fettverbindungen). 15% des Ursprungsgases lassen sich durch dieses „Gas to Liquid“-Verfahren in Treibstoff umwandeln, was ggf. noch optimierbar ist (in China 1. Industrieanlage). // CO²-Recycling insbesondere bei Stahlwerken, Kohlekraftwerken, Kalkwerke, Müllverbrennungsanlagen. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
Gasnutzung aus Altdeponien
Methanminimierung und energetischer Nutzen durch die Gasnutzung aus Altdeponien. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
Stauseemethan absaugen
Stauseemethan absaugen gegen 1% des Klimaschadens. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
CO² Einlagerung
- CO²-Einlagerung: hier in Deutschland gibt es lokal vor Ort einen hohen Bevölkerungswiderstand. 2050 wären 15000 Einlagerungsstätten nötig, z.Zt. existieren 4 Versuchsanlagen Weltweit. Siehe hierzu die DLF-Beiträge:
- CO²-Fixierung ist möglich in Basaltgestein, wo dieses zu 95% zu Carbonat reagiert und dadurch dauerhaft fest gebunden ist. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Über neuartige stickstoffhaltige „dauerhaft poröse Flüssigkeiten“ ist möglicher Weise ebenfalls eine stabile CO²-Speicherung möglich. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
Natur- & Artenschutz
Insgesamt gilt das weltweite Artensterben neben dem Klimawandel und im Zusammenhang mit ihm als hoch dramatisch. Fünf bis neun Millionen Tierarten gebe es derzeit weltweit, und jedes Jahr verschwänden bis zu 58.000 Tierarten (Quelle: www.spiegel.de , die Bezug nehmen auf einen Themenschwerpunkt im renomierten Wissenschaftsmagazin Science). Insekten erfüllen eine entscheidende Funktion bei der Bestäubung von Nutzpflanzen in der Landwirtschaft. Sie sind darüber hinaus wichtige Nahrung für zahlreiche Vogelarten. Etwa 80 Prozent der Wildpflanzen sind abhängig von Insektenbestäubung-, und 60 Prozent der Vögel in der heimischen Natur ernähren sich hauptsächlich von Insekten. In Deutschland gibt es jedoch immer weniger Insekten. Zentraler Bezugspunkt der meisten Debatten ist die sogenannte Krefelder Studie. Sie stellt als erste Langzeitstudie für die vergangenen 27 Jahre einen Rückgang der Fluginsekten-Biomasse um 75 Prozent fest (Quelle: www.landwirtschaft.de). Laut einer Berechnung leben in Europa mittlerweile fast eine halbe Milliarde Vögel weniger als noch vor rund 40 Jahren Quelle: http://www.sueddeutsche.de). Während der letzte IPCC-Bericht (vom UN Weltklimarat) als zentral wirksame CO²-Kompensation die weltweite massive Aufforstung von 0,9 Milliarden Hektar Wald empfiehlt sterben in Deutschland durch Dürreschäden und klimaerwärmungsbedingte Schädlings- und Wandkrankheitsausbreitung großflächig Wälder ab. Für den Ausgleich dieser 2018 und 2019 dramatisch entstandenen klimawandel-bedingten Waldschäden in Deutschland rechnet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit Kosten von mindestens 500 Millionen Euro (Quelle: www.bmel.de).
- Vernetzte klimaresiliente Naturräume: Ausgeweitete und vernetzte Natur-Schutzgebiete mit klimaresilientem Waldumbau & Aufforstung einschließlich der Schaffung spezieller Biotopräume für bedrohte Arten z.T. auch im urbanen Raum.
- Gezielter Bestandsschutz und Bestandspflege bei bedrohten Arten.
- Feuchtgebiete belassen: Die Trockenlegung von Feuchtgebieten stoppen durch die Ausweitung/Ausweisung von entsprechenden Naturschutzgebieten. Siehe beispielhaft über Ostfriesland den DLF-Beitrag:
- Beschränkung von Jagd auf und Handel mit bedrohten Arten (s. Artenschutzabkommen).
Klima- & Artengerechte Lebensmittelwirtschaft
Unsere Ernährung trägt zu 14,99% zu unserem Klima-Fußabdruck bei (d.h. 1,74t/J&Pers. > 4,77kg/Tag&Pers ; Quelle: s.o. BUA). Gleichzeitig gilt sie als zentraler Auslöser für Artensterben, Umweltvergiftung und Wasser, sowie Flächenverbrauch. Für eine minimierte Umweltbelastung bei gleichzeitig optimierter Ernährung einer wachsenden Erdbevölkerung gilt es also Flächenverbrauch, , sowie Arten- und Umweltschutz in Einklang zu bringen. Zentrale Faktoren sind hierbei die Anbauart (Ökolandbau verbraucht 16 bis 33 Prozent mehr Fläche, als konventioneller Anbau ; Quelle: www.scinexx.de , Bezug nehmend auf Chalmers University of Technology), der Anteil tierischer Erzeugnisse (für 1kg Fleisch entsteht 10x mehr Klimagas, als für 1kg Kartoffeln ..Quelle: www.zeit.de ..bezugnehmend auf WWF-Report) und der Flächenverbrauch ist etwa 7x größer, je nach Klimazone), die Nutzung von Insektiziden, sowie die Gestaltung von Feldrand-Biotopen.
ökologisch nachhaltige Agrarpolitik
- Tier- und insb. Insektengefährdende Pflanzenschutzgifte sind europaweit zu verbieten. Insbesondere Neonikotinoide stehen im Fokus der Kritik. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Ackerrand-Grünbiotope mit Nist- & Insekten-Bruthilfen.
- Enge und kontrollierte Vorgaben gegen Überdüngung.
- Kleinteilig-abwechslungsreiche Landnutzung.
- Steuern durch Agrarsubventionen und gesetzliche Vorgaben.
- Anbau von Mischkulturen [s. Konzept der Uni Vacheningen NL ..s. Franz Kampers] ..besser für Boden, autonome Stickstoffanreicherung u. Insektenintensivierung, sowie Schädlingsminimierung. Hierfür Anbauroboter entwickeln, um Arbeitsaufwand zu minimieren.
bessere Kornspeicher
Bessere Kornspeicher in ärmeren Länder, um Ausfall durch Schimmel und Schädlinge zu minimieren.
Agrar Silikatgesteinausbringung
CO² Entnahme und Meeresentsauerung durch Silikatgesteinsmehl in der Landwirtschaft, wodurch auch Erträge steigen. Ausgeschwämmte Carbonate würden zudem der Versauerung entgegenwirken. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
Problem Agrarimporte stoppen
- EU-weites Importverbot für Abholz-Neufeld-Agrarprodukte überwacht durch zertifizierten Herkunftsnachweis und Satelitenkontrollen. Dies wird auch gefordert vom Weltbiodiversitätsrat der UN (Dez.´18). Mittel- & Westeuropa importieren an Nahrungs- und Futtermitteln aus Nicht-EU-Staaten Produkte mit einer Anbaufläche von Deutschland… hierdurch sei EU für 10% der weltweiten Abholzungen verantwortlich (z.B. durch Sojaanbau als Futtermittel).
- Insbesondere Verbot von Produktion und Einfuhr von Agro-Sprit aus Erntefrüchten ..ausschließlich aus Ernteabfällen!
ökologisches Produktmanagement
Der Konsumgüter-Verbrauch (ohne die Lebensmittel) ist für 39,28% unseres bundesdeutschen Klima-Fußabdruckes verantwortlich (d.h. 4,56t/J&Pers. > 12,49kg/Tag&Pers ; Quelle: Bundesamt für Umwelt). Die Politik kann durch Regelungen zur Haltbarmachung, zur Recyclebarkeit und zur Kenntlichmachung der Produktfolgen, sowie ggf. auch durch dadurch variable Besteuerung Einfluss auf diesen Umwelteinflussfaktor nehmen. Da Konsumsteigerung für ein besseres Wirtschaftswachstum gerne im Vordergrund der politischen Zielsetzungen steht, entstehen hier allerdings schnell politische Zielkonflikte.
- haltbare recyclebare u. müllarme Produkte: Gesetzliche Vorgaben zur Reparierbarkeit, Recyclebarkeit, Verpackungsmüllvermeidung und Garantiepflicht erlassen um eine nachhaltigere Dauernutzung zu ermöglichen.
- Umfassendes Info-Label: Verpflichtendes übersichtliches gesammeltes EU-Label für die Bereiche Ökobilanz (inkl. Klima- und Umweltlast insg. Auf den Lebenszyclus, d.h. LifeCycleAnalysis bezogen + relativ zu Bezugskonsumgütergruppe), Gesundheit (inkl. Zucker, Gifte, etc.) und Fairtrade (inkl. Gemeinwohlkriterien in Industrieländern)
- Politische Vorgaben zur technischen Minimierung von Mikroplastik durch zentrale Quellen, wie Kunstrasen, Reifenabrieb, u.ä. .
Regeneratives Fossil-Ersetzen
Politische Rahmensetzung zur maximal-Einfachen unabhängig kontrollierten und garantierten Aufpreis-Fossil-Treibstoff-Ersetzung bei eigenem, wie auch bei Fremdverbrauchern für Willige (Unternehmen, wie auch Individuen, die CO²-Sünden kompensieren wollen).
verträgliches Geoengeneering
Die möglichen Nebenwirkungen von verschiedenen Geoengeneering-Verfahren gilt als schwer kalkulierbar und kontrollierbar und potentiell fatal. Dies gilt allerdings nicht für alle Verfahren in gleichem Maße. Auf der anderen Seite scheint die Zuspitzung des Klimawandels und das absehbare Verfehlen der weltweiten Klimaschutzziele derartige Techniken unverzichtbar zu machen.
- Die Zirruswolken-Reduktion ist durch gezielte gut gewählte Aerosol-Application möglich, birgt aber die Gefahr bei falsch Durchführung genau kontraproduktiv zu wirken. Gelänge sie, wäre hierdurch regional und nebenwirkungsarm eine Klimaabkühlung zu erzielen. Siehe hierzu, sowie danach zu Geoengeneering allgemein die DLF-Beiträge:
ökologische Baupolitik
Die Vermeidung von Heizenergie durch bessere Gebäudedämmung gilt vielen als die günstigste Art Energie und Treibhausgase einzusparen. Der Anteil des Wohn- und Gebäudesektores mit Betriebsenergie und Herstellung ist nennenswert: 20,67% des Durchschnitts-CO²-Anteiles fallen in Deutschland auf den Bereich Heizung und Strom (d.h. 2,4t/J&Pers. > 6,58kg/Tag&Pers ; Quelle: s.o. BUA). Je nach Nutzungs-Energieeffizienz hat die Gebäudeherstellung hieran einen Gesamt-Lebenscyclus-Energieanteil von 5-18% (Quelle: passipedia.de). Die Zementproduktion hat weltweit einen Anteil von 8% an den CO²-Emissionen. (Quelle: https://www.fr.de ). Insgesamt sollte die Politik daher gute Rahmenbedingungen für eine ökologische Baupolitik setzen.
- Bevorzugung ökologischer Baukonzepte in der kommunalen Grundstücksvergabe über entsprechende Punktsysteme in den Vergaberichtlinien, sowie ökologisch-bauliche Vorgaben in den Länder-Bauverordnungen, aber auch durch die ökologisch ambitionierte Teilnahmeverbindliche kollektive Quartiersenergieversorgung für neue Stadtteile (z.B. über regenerative Energiequellen mit Kraftwärmekopplung und CO²-Abscheidung und Wiederverwertung), oder die Förderung und Vorfinanzierung von privaten Ökoenergieanlagen.
- Optimierung von Bauschuttrecycling durch Vorgaben und Infrastruktur-Schaffung. Siehe hierzu die DLF-Beiträge:
ökologische Finanzströme
Finanzströme und wirtschaftliche Profitmaximierung kann fatal für die Umwelt sein, aber genauso auch hocheffektiv. Das Lenkungspotential hier konstruktiv für die Umwelt zu nutzen gilt als bestes Mittel gegen den Klimawandel.
- Relevanter CO²-Zertifikatehandel & oder CO²-Besteuerung.
- Umweltschutz durch Steueroasenbekämpfung. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
Minimierung sonstiger Klimagasquellen
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- Fracking Methanlecks minimieren. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:
- Deponiegas-Entweichungen auffangen und energetisch nutzen (s.o. bei Abgasverwertung).
- Stauseemethan auffangen und energetisch nutzen (s.o. bei Abgasverwertung).