Der „Einsparwürfel“

9 Felder zum Verringern des eigenen CO²-Abdruckes (anklicken für weitere Infos):

Die natürlichen Ressourcen sind begrenzt. Das Global Footprint Network (www.footprintnetwork.org) errechnet jedes Jahr mit der Datierung des „Welterschöpfungstages“ den Tag im Jahr, an dem die regenerierbaren Weltreserven für dieses Jahr ausgeschöft sind. 2019 war dies der 29.7., wobei die Industrieländer hieran einen wesentlich höheren Anteil haben, als der Rest der Welt. Das Bundesumweltamt benennt als klares Umweltziel, dass pro Person und Jahr in Deutschland der CO²-Ausstoß von derzeit 11,61t/Jahr auf 1Tonne/Jahr reduziert werden muss (Quelle: https://uba.co2-rechner.de/de_DE/). Dies gilt bei der gegenwärtigen Weltbevölkerung und den gegenwärtig vorhandenen Regenerationskapazitäten des Weltökosystems als verträgliches Maß. Besser wäre aber natürlich ein CO²-Ausstoß von „0“. Pro Tag würde das 1t/Jahr-Ziel 2,74kg CO²/Person bedeuten. Zur Zeit fallen 20,67% des Durchschnitts-CO²-Anteiles auf den Bereich Heizung und Strom (d.h. 2,4t/J&Pers. > 6,58kg/Tag&Pers. >> Ziel max. 0,57kg/Tag&Pers.), 18,78% auf Mobilität (d.h. 2,18t/J&Pers. > 5,97kg/Tag&Pers. >> Ziel max. 0,51kg/Tag&Pers.), 14,99% auf Ernährung (d.h. 1,74t/J&Pers. > 4,77kg/Tag&Pers. >> Ziel max. 0,41kg/Tag&Pers.), 39,28% auf den sonstigen Konsum (d.h. 4,56t/J&Pers. > 12,49kg/Tag&Pers. >> Ziel max. 1,08kg/Tag&Pers.) und schließlich 6,28% auf den Anteil an öffentlichen Einrichtungen und Aktivitäten (d.h. 0,73t/J&Pers. > 2kg/Tag&Pers. >> Ziel max. 0,17kg/Tag&Pers.) (Quelle: ebenfalls BUA s.o.). Diese Werte können als Vergleichsmaßstab für die im Folgenden vorgestellten Reduktionsmöglichkeiten genutzt werden.

ökologischer Personenverkehr

10Km Autofahrt verursacht ca. 2kg CO² (bei 8Litern/100km), was bei 4 Personen im Auto 0,5kg CO²/Person wären. Im Nahverkehr mit dem ÖPNV (Busse, Straßenbahn, u.ä.) verursachen 10km ca. 1kg CO²/Person. Das Fahrradfahren ist weitgehen CO² neutral. 2,74kg CO²-Verursachung pro Tag und Person wären laut Bundesumeltamt Umweltverträglich, wobei der bisherige Verkehrsanteil von durchschnittlich 18,78% am Gesamt CO²-Ausstoß hier nur 0,51kg CO²-Verursachung durch Verkehr pro Tag und Person erlauben würden (s.o.).

Fleischarme ökologische Ernährung

Laut dem Bundesumweltamt ist die Ernährung für 14,99% (d.h. 1,74t/J&Pers. > 4,77kg/Tag&Pers) der CO²-Emissionen verantwortlich. Im Vergleich verursacht eine fleischreiche Mischkost aus konventionellem Anbau durchschnittlich 869kg CO²/Person & Jahr, wohingegen eine vegetarische Ökovollwertkost 336kg CO²/Person & Jahr verursacht (Quelle: Bayrisches Staatsministerium der Justiz und für Verbraucherschutz). Das reduziert den CO²-Ausstoß in diesem Bereich also um 39%.

Ökogas Eigenheimbeheizung

Die eigene Heizung mit Ökogas betreiben und Ökostrom nutzen an Stelle fossiler Haus-Heiz- & Strom-Technik. Hierdurch würden durchschnittlich 2,4t/J&Pers. (gut 20% Einsparung der deutschen Durchschnitts-CO²-Verursachung, d.h. 6,58kg CO²/Tag&Pers) an CO² eingespart.

Haushalts-Energieeinsparung

Ideen für Energieeinsparung im Haushalt:

  • Lappen-Spardusche an Stelle einer 10min.-Volldusche.
  • Haar Lufttrocknen lassen an Stelle einer Föhnfrisur .
  • Nutzung von Alu-Hitzeabschirmung (Windschutz aus dem Campingkoch-Bedarf) bei der Gasherd-Nutzung.
  • Genau minimiertes Abmessen der zu erhitzenden Wassermenge z.B. beim Wasserkochen für Kaffee, oder Tee, oder bei der Nutzung von Dampfdrucktöpfen zum Zeit- und Energieoptimierten Kochen, u.ä. .
  • Einbau von speziellen Wasser-Mischamaturen für minimierten (Warm-) Wasserverbrauch ..z.B. durch Luftblasen-Wasserhahnaufsatz, durch Thermostat-Temperaturregelungen, durch Warmwasser-Nebenbei-Nutzungserschwerung an unnötigen Stellen (Hand- & Abwaschbecken), sowie durch das bewusste vermeiden von unnötigem Warmwassergebrauch (z.B. bei mittig stehenden Wasserhahn-Mischhebeln, wo das Warmwasser ohnehin erst spürbar würde, wenn der Händewaschvorgang schon vorbei wäre).
  • Konsequenter Einsatz von verbrauchsoptimierter LED-Raumbeleuchtung ggf. in Kombination mit Bewegungsmeldern und dem Ausschalten ungenutzer Licht-, Strom- und Standby-Quellen z.B. im Gegensatz zu Halogenlampen & Vollausleuchtung..
  • Minimal-Wäsche an Stelle von 1xNutz-Trockner-Bügel-Wäsche.
  • Optimiertes Kurzzeit-Stoßlüften und kühlere Neben- und Schlafräume an Stelle von Dauerkippfenster-Lüften und überheizten Räumen.

Eigenheim-Energiegewinnung

Da eine vollständig autarke Energiegewinnung bei den heute üblichen Durchschnittverbräuchen die üblichen Ausdehnungen der zur Verfügung stehenden Dachflächen übersteigt und durch die nötige Energiezwischenspeicherung bei steigendem Eigenerzeugungsanteil zunehmend unrentabler wird, erscheint folgendes sinnvoll: Die Installation von Eigenheim-Energieanlagen für 10-20% des Eigenbedarfes für einen ökonomischen Betrieb und darüber hinaus die Nutzung von regenerativ erzeugtem Strom und Gas. Bei südlich ausrichtbaren Photovoltaikanlagen auf Eigenheimdächern mit einem optimalen Neigeungswinkel von 35°-45° lässt sich bei einer Laufzeit von 20 Jahren inklusive Anschaffungs-, Installations- und Betriebskosten so ein Strompreis von 10-14Cent/KWh erzielen, der bei öffentlichen Versorgern bei derzeit 28 kWh liegen würde. 10m² Photovoltaik-Fläche würden durchnittlich unter Normbedingungen (s. „Watt Peak“ bei Wikipedia) 1kWh liefern (Quelle: www.haus.de). Bei der durchschnittlichen deutschen Sonneneinstrahlung bedeutet das 2,7 kWh/Tag (Quelle: www.verivox.de). Der aktuell durchschnittliche Deutsche Stromverbrauch von 7035,48 kWh/Jahr (d.h. 19,28 kWh/Tag; Quelle: Weltbank) würde daher 71,4m² optimal ausgerichteter Photovoltaik-Fläche pro Person und ausreichend Batterie-Stromzwischenspeicher für eine autoarke Eigen-Sonnenstromversorgung brauchen. Umgekehrt bedeuten 10m² Photovoltaikfläche pro Person eine ökonomisch lohnende Reduktion von 985,5 kWh, also 0,519t CO²/Jahr (d.h. einer Reduktion von 14% der z.Zt. ansonsten 3,7t CO² durch Stromverbrauch/Jahr & Pers.; Quelle: www.klimaneutral-handeln.de) . Andere potentiel lohnende Techniken zur Eigenheimenergiegewinnung sind z.B. Dachfirst-Kleinwindanlagen, oder Solarthermie in Kombination mit Batterie- und Wärmespeichern.

  • Salz-Wärmezwischenspeicher

  • Aquifertemperaturakkus

  • saisonale Wärmespeicher

  • Algenfassadenhaus

verbrauchsarm Reisen

Innereuropäische Bulli-Camp-Reise an Stelle einer Mallorca-Flugreise .., d.h. weniger Transport-intensive Reisen mit minimierter Infrastrukturnutzung auf der Reise und am Besten bei Transport-Gleichheit eher Länder mit CO²-minimierter Energiewirtschaft bereisen (Regionaltourismus & Vorort-Erlebniskultur). Ein Flug von Frankfurt nach Mallorca verursacht pro Person ca. 450 kg CO², nach Kapstadt 6238kg, nach Los Angeles 6000kg und nach Neuseeland 11000kg. Im Gegensatz dazu verbrauchen 2000km PKW-Fahrt mit 4 Personen im Wagen beim hohem Verbrauch von 15l/100km (z.B. durch Campinganhänger ..z.B. Traildog) insgesamt 711kg CO², d.h. 178kg pro Person (Quelle: www.atmosfair & www.klimaneutral-handeln.de).

Wohnflächenreduktion

Der durchschnittliche Gasverbrauch im Haushalt für das Heizen liegt bei 14 m³ (entspricht 140 kWh/a) Gas pro m² Wohnfläche (ggf. zuzüglich 12,5% für die Warmwasserbereitung, d.h. 2m³Gas/m² Wohnfläche; Quelle: www.energiesparen-im-haushalt.de ). Der Herstellungsenergieaufwand von Wohnraum hängt zwar auch von der Wahl der vorherrschenden Baumaterialien (z.B. Betonprodukt-Basis eher schlecht, regional-nachwachsende Rohstoffe, wie im Holzrahmenbau eher gut) und Bauart ab, lässt sich aber von Gebäuden nach der Wärmeschutzverordnung 1984 bis hin zu modernen Niedrigenergie- und Passivhäusern mit circa 1250 kWh/Wohn-m² realisieren. Je nach Nutzungs-Energieeffizienz entspricht das die Herstellung damit einem Gesamt-Lebenscyclus-Energieanteil von 5-18% (Quelle:https://passipedia.de/grundlagen/energiewirtschaft_und_oekologie/graue_energie_und_passivhaus-standard). Bei circa 18m³ Gas/Jahr & m² Wohnfläche (Heizung+Strom+Herstellung) verursacht ein Wohnraum von 100m²/Person damit circa 3,6t CO²/Jahr (bundesdurchschnitt: 2,4t CO²/Jahr & Person), wohingegen ein Wohnraum von 20m²/Person circa 0,72t CO²/Jahr & Person verursachen würden (Quelle für Umrechnung: www.klimaneutral-handeln.de). Darüber hinaus kostet die Grundflächen-Versiegelung ökologischen Lebensraum. Daher gilt es, Raum, Wohnflächen- und Grundstücksflächenverbrauch pro Person minimieren. Um so weniger Klima- und Umweltfolgen entstehen beim Bau und in der Nutzung.

Müllminimierung

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  • Die Produktion 1 Jeans braucht 10000 Liter Wasser, die Modeindustrie ist für 10% der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich und für 20% des globalen Abwassers. Dazu kommt der verheerende Einfluss toxischer Chemikalien insb. auch in der Bauwollindustrie (Quelle: www.cleanenergy-project.de). Beim Baumwollanbau ist also sehr, sehr viel Wasser notwendig. Es werden sehr viele Pestizide eingesetzt und inzwischen sollen auch über 70 Prozent gentechnisch veränderte Baumwolle auf dem Markt sein. Das alles führt dann zu versauerten Böden, sie sind ausgetrocknet, das führt zur Erosion der Böden. Auch die Biodiversität ist gefährdet. Da ist also viel mehr als nur Klimawandel – der die Ökobilanz eines Bauwollprodukts verschlechtert (Quelle: https://www.deutschlandfunk.de). Klamotten auftragen, bzw. ggf. Secondhand erwerben (Mamikreisel für Kinderklamotten) scheint daher eine gute Idee zu sein.
  • Kaputte Dinge reparieren (-lassen) und für funktionierende Altgegenstände Nachnutzer suchen (Verschenkemarkt/Ebay-Kleinanzeigen).
  • Unnötige Wegwerfprodukte und -Verpackungen vermeiden (1000-fach nutzbare Tragetasche, statt Stofftasche, oder Tüte / Mehrweg, statt Einweg / Selbstabfüllstationen in eigene Gefäße, statt fertigverpackt).
  • Fast 40% des durchschnittlich deutschen Klimafußabdruckes (d.h. 4,56t/J&Pers. > 12,49kg/Tag&Pers.) werden durch Konsumgüter jenseits von Ernährung, Wohnen und Verkehr verursacht. Da ist weniger manchmal mehr! Daher gilt es, besser keine unnützen Besitztümer anhäufen, sondern nach bedarf Teilen, Leihen, Tauschen, oder gebraucht beziehen und „Upcyclen“.
  • Laut einer amtlichen Studie des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft durch das Thünen-Institut von 2015 wirft jeder Bundesbürger im Schnitt 75kg Lebensmittel pro Jahr in den Müll. Insgesamt werden in Deutschland jährlich 12 Mio t Lebensmittel/Jahr für die Tonne produziert, wobei 52% dieses Abfalles in den privaten Haushalten entsteht (12% bei der Herstellung, 18% bei der Verarbeitung, 4% im Handel, 14% bei der außer Haus Verpflegung ; Quelle: www.zugutfuerdietonne.de). Die Minimierung von Nahrungsmittelabfall durch bedarfsgerechten Einkauf, Verwertung nach Verfallspriorität, Lagerungssortierung nach Verfallspriorität (durchdacht kalkulierter Einkauf gegen Verderblichkeitsmüll / übersichtliche verbrauchschronologische und Haltbarkeitsoptimierte Heimlagerung .. altes vorn, frisches hinten / Verbrauchschronologische Nutzung), optimierte Kühlung u. Insektenresistente und Reifungsoptimierte Lagerung.

Eigenheim in Ökobauweise

Bei einer Nutzungsdauer von 80 Jahren hat ein Gebäude nach der Wärmeschutzverordnung von 1984 einen Gesamtenergieverbrauch (Herstellung, sowie Heizung+Strom i.d. Nutzung) von 22,5MWh/m² Wohnfläche, ein Passivhaus dagegen von 7MWh/m², also circa 70% weniger. Der Herstellungsenergieanteil hieran beträgt circa 5% (Quelle: passipedia.de/grundlagen/energiewirtschaft_und_oekologie/graue_energie_und_passivhaus-standard). Nach Möglichkeit sollten Eigenheime also in kompakter Mehrparteienbauweise als Passivhaus-Energiebau, oder in Bestandsbauumnutzung (Gebäude- & Baustoffrecycling), sonst aber möglichst Zement- und Brandstein-arm (Ziegel/Kalksteine) z.B. in Holzständerbauweise mit heimischen Rohstoffen und gutem KW-Wert, mit regenerativer Hausenergietechnik, sparsamer Hausenergienutzung (z.B. zusätzliches Gleichstromnetz / sparsame LED-Beläuchtung / intelligent-automatische Passivbelüftungstechnik und Abschattung zur Kühlung / automatische Thermofensterläden, oder Jalousien), Abwasserminimierungstechniken (Kompost-Trenntoiletten..ggf. energetisch, oder biologisch nach genutzt / Regenwassernutzung ..mit zusätzlichem Brauchwasserkreislauf / Schwarzwassersammlung und Nutzung).

  • Energieeinsparung durch gesparte Stromtransformation und vereinfachte hausinterne Regenerativenergie-Einspeisung durch Gleichstrom-Haustechnik. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:

  • Energieeinsparung in Gebäuden durch eine selbstregulierende Glasfassade. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:

  • Minimierung von Abwasser durch „Picycling“. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:

  • Steigender Klimafußabdruck durch Klimaanlagen. Siehe hierzu den DLF-Beitrag:

  • Spezialbehandlung macht Holz stark wie Stahl. Siehe hierzu den DLF-Beitrag: